Beleuchtung für Nachtläufer

Die Wahrnehmung der Umgebung und insbesondere des Bodens unmittelbar vor dem Läufer hat unmittelbare Auswirkungen auf die Qualität der Lauftechnik und auf die Trittsicherheit.
Gute Lichtverhältnisse sind daher ein aktiver Schutz vor Verletzungen am Bewegunggsapparat.

Standard im Nacht-Laufsport sind heute LED-Stirnlampen mit elastischem Halteband, die es in den unterschiedlichsten Leistungsklassen und Preislagen gibt.
Wer nicht gerade ausgedehnte, schnelle Läufe auf unwegsamen Waldpfaden plant, ist mit einer einfachen Lampe, bei der die Stromversorgung (i.d.R. 3xAAA) ins Lampengehäuse integriert ist, gut bedient.

Leider hat eine Stirnlampe erhebliche Nachteile, die es in vielen Situationen sinnvoller erscheinen lassen, die Lampe in Bauchhöhe zu tragen:

  • Bei Regen oder Nebel strahlt die Lampe die Wassertropfen an, die sich unmittelbar vor den Augen befinden. Dies führt zu einer massiven Eigenblendung, so dass trotz hellen Lichts die Umgebung nur schemenhaft wahrgenommen werden kann.
    Insbesondere im Spätherbst kommen solch ungünstige Wetterverhältnisse häufig vor.
  • Viele Brillenträger verwenden bei Regen gerne eine Schildmütze, um die Brillengläser weitgehend trocken zu halten. Die gleichzeitige Verwendung einer Stirnlampe ist i.d.R. nicht praktikabel.
  • Weil die Stirnlampe in Augennähe platziert ist, werfen erhabene Objekte auf dem Boden keine sichtbaren Schatten. Daher besteht die Gefahr, solche Objekte (z.B. Steine, Wurzeln, Schlaglöcher, Fräskanten) nicht oder zu spät zu erkennen.
  • Beim Laufen in der Gruppe werden Mitläufer, die man anschaut, geblendet. Ebenso besteht die Gefahr, entgegenkommende Personen (Fußgänger, Läufer, Radfahrer) zu blenden.

Auch die Bauchlampe ist jedoch nicht ganz frei von Nachteilen:

  • Im Gegensatz zur Stirnlampe folgt die Bauchlampe nicht der Drehung des Kopfes und damit der Blickrichtung.
    An Steigungen und Gefällen muss daher unter Umständen die Neigung der Bauchlampe verstellt werden. Der Bereich links und rechts des Weges ist je nach Breite des Lichtkegels weniger gut erkennbar als mit Stirnlampe.

Die Laufschule Marburg empfiehlt für das gemeinsame Training während der dunklen Jahreszeit in Abwägung der genannten Vor- und Nachteile beider Tragevarianten die Verwendung von Bauchlampen.
Stirnlampen sind dennoch weiterhin zulässig.

Umbau einer Stirnlampe zur Bauchlampe

Im einfachsten Fall kann man die Stirnlampe ohne handwerkliche Maßnahmen direkt zur Bauchlampe umfunktionieren. Dazu steigt man mit den Beinen voran in das geschlossene Band und streift es von unten über Unterschenkel, Oberschenkel und Hüfte bis zum Bauch.
Da dies unbequem ist und die Lampe so zum Schwingen im Schrittrhythmus neigt, empfiehlt es sich, etwas Arbeitszeit in einen einfachen Umbau zu investieren.

Viele einfache Stirnlampen-Modelle lassen sich ohne großen Aufwand zu Bauchlampen umbauen.
Weil Stirnlampenbänder meist keinen Verschluss besitzen, sollte das mitgelieferte Band durch den Einbau eines Verschlussmechanismus modifiziert werden. Um störendes Auf- und Ab-Schwingen der Lampe im Schrittrhythmus zu vermeiden, kann man eine nach oben und unten über die eigentliche Lampenhalterung hinaus reichende Platte befestigen. Dafür hat sich ein Holz-Mundspatel bewährt, der mit einem Gummiring an der Lampe fixiert wird.

Beispiel: Verwendung einer einfachen Stirnlampe als Bauchlampe

Bei dem hier gezeigten Modell handelt es sich um eine Lampe, die im Okt. 2013 zum Preis von 6,69 EUR bei Ebay gekauft wurde. Sie wird durch eine (!) AA- (Mignon-) Zelle mit Energie versorgt und verfügt über zwei Helligkeitsstufen sowie einen Blinkmodus.
Fotos, auf denen Helligkeit und Lichtverteilung erkennbar sind, gibt es
hier.

Ein Mundspatel wurde mithilfe eines Gummirings an der Rückseite des Lampenhalters befestigt.
Dadurch wird störendes Schwingen der Lampe im Schrittrhythmus unterbunden.
Um den Spatel am Verrutschen in vertikaler Richtung zu hindern, wird der Gummiring durch zwei gesägte Kerben geführt.

Aus einer Fahrradspeiche wurde ein nichtrostendes Verschlussstück gefertigt.

Um den Lichtkegel breiter und weicher zu machen, wurde eine als Streufolie wirkende Plastiktüte über den Leuchttubus gestülpt und mit einem Gummiring fixiert.

Die Bauchlampe in betriebsbereiter Position.


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